Wenn Schwäche stark ist

Vor Kurzem war ich mit einem Freund für zwei Nächte im Wald unterwegs. Wir kochten auf dem Feuer, als wir plötzlich ein hohes Fiepen hörten. Neugierig schlichen wir durchs Unterholz – und tatsächlich: Zwischen den Brombeersträuchern hockte ein winziges Rehkitz. Es fiepte unaufhörlich, wahrscheinlich nach seiner Mutter.

Einen Moment lang standen wir einfach nur da und schauten uns gegenseitig an – das kleine Tier und wir. Dann zogen wir uns leise zurück, suchten uns einen anderen Platz zum Schlafen, damit die Mutter zurückkehren und ihr Kitz versorgen konnte.

Was mich beschäftigt hat: Dieses kleine Reh machte sich durch seine Rufe unglaublich schutzlos. Es rief laut – nicht nur die Mutter hörte es, sondern womöglich auch andere Tiere. Und doch: Es schrie. Es machte sich total verletzlich.

Ich frage mich: Wann habe ich mich das letzte Mal so verletzlich gezeigt? Wann habe ich gerufen – nach Hilfe, nach Nähe, nach Gott?

David schreibt in Psalm 18,7:

«In meiner tiefen Not rief ich zum HERRN, laut schrie ich um Hilfe zu meinem Gott. In seinem heiligen Tempel hörte er meine Stimme, dort erreichte ihn mein Hilfeschrei.»

Was machen wir, wenn wir selbst in Not sind – oder wenn wir bei anderen Not sehen? Versuchen wir, alles im Griff zu behalten? Warten wir, bis es fast zu spät ist? Oder schaffen wir es, schon vorher um Hilfe zu bitten – in einem Gespräch mit Freunden, im Gebet, in einem ehrlichen Moment?

Gerade am Charakter Weekend hast du Raum, ehrlich zu sein. Vor Gott. Mit Freunden. Und mit dir selbst.

Lass uns die Herausforderungen nicht alleine tragen. Lass uns gemeinsam einen Schritt gehen.

Für den König
Sidi

Datum: 7. Juli 2025
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