Harmlos gemeint. Tief getroffen.

Als Kind hatte ich verschiedene Übernamen: «Evi», «Evchen» – und besonders «Esa Med». Diesen Namen sagte ich selber, weil ich als kleines Mädchen meinen Namen «Eva Schmid» nicht richtig aussprechen konnte. Leider wurde oft darüber gelacht, und mein Onkel übernahm diesen Übernamen über viele Jahre hinweg. Bei fast jedem Treffen wurde ich so genannt. Obwohl es mich zunehmend störte, konnte ich ihn kaum abschütteln. Mittlerweilen ist er schon lange verstorben.

Vor ein paar Wochen traf ich meinen Cousin, seinen Sohn. Mit einem Grinsen sprach auch er mich an mit «Hoi Esa Med». Zurück lächelnd erwiderte ich freundlich, dass ich diesen Namen nicht mehr mag und er mich einfach Eva nennen könne. Es war schön zu erleben, wie verständnisvoll er sofort reagierte: «Klar.» Er meinte sogar: «So wie ich nicht mag, wenn man mir ‹Rölfli› sagt.»

In Jesaja 43,1 heisst es:

«Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.» Diese Worte galten ursprünglich Israel. Doch auch wir als Kinder Gottes dürfen wissen: Gott hat uns erlöst und ruft uns beim Namen. Nicht mit alten Verletzungen oder Etiketten – sondern als seine geliebten Kinder.

Diese Wahrheit ist tief in meinem Herzen verankert. Sie hilft mir, für mich einzustehen und gleichzeitig die Vergangenheit ruhen zu lassen. Gott schenkt uns eine neue Identität und eine neue Zukunft: geliebte Tochter, angenommenes Kind.

Genau darum geht es auch bei 4M. Das Eheweekend vom 11. bis 13. September in Sarnen OW soll Raum geben, in der Ehe einander neu zu entdecken – hinter Rollen, Gewohnheiten und «Namen». Einander neu so zu sehen, wie Gott uns sieht.

Datum: 4. Juni 2026
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