
Zwischen Dominanz und Passivität liegt ein anderer Weg: der Mann, der weiss, wer er ist und wofür er lebt.
Die Welt verändert sich stark, und die Männerwelt steckt in einer Krise. Eigenschaften, die den Mann von der Frau unterscheiden, werden heute oft nicht mehr gebraucht. Der Mann ist stark. Ja, bei aller Gleichstellung gibt es im Sport nach wie vor zwei Kategorien, denn selbst die schnellsten und besttrainiertesten Frauen haben in Disziplinen, in denen Kraft entscheidend ist, keine Chance gegen Männer. Doch wo wird diese Stärke heute noch gebraucht? In einer Welt, in der vieles von Maschinen erledigt wird. Es gibt ihn noch, den Handwerker, der körperlich arbeitet. Doch wie viele Männer sitzen heute in Büros vor einem Bildschirm? Und ist das gut für sie? Bei Frauen mag es ähnlich sein, aber ich schreibe hier an die Männer.
Männer, die ihre Identität nicht finden, werden entweder toxisch. Sie nutzen ihre körperliche Überlegenheit aus und beginnen, auf ungesunde Weise zu herrschen und zu unterdrücken. Oder sie werden passiv, ziehen sich zurück und lassen sich gehen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es jedoch den Mann, der weiss, wer er ist. Was zeichnet ihn aus?
Das Erste, was ein Mann braucht, ist etwas Grösseres, an das er glaubt und für das er lebt. Männer, die sich selbst für das Grösste halten, sind gefährlich. Gleichzeitig brauchen Männer aber auch etwas Grösseres, das an sie glaubt und ihr Potenzial sieht. Sonst versinken sie in Passivität und Selbstmitleid. Doch auch hier lauert eine Gefahr: Wenn dieses Grössere sie ausnutzt oder manipuliert, geraten sie erneut in eine Sackgasse. Was ist also das erste Fazit?
Der Mann muss erkennen, dass er Gott braucht. Gott, den Schöpfer von Himmel und Erde, den Heiligen und Mächtigen, aber auch den liebenden Vater. Er braucht seinen Sohn Jesus Christus, unseren Erlöser und unser Vorbild. Nach ihm streben wir: nach seiner Klarheit, seiner Liebe, seinem Mut und seiner dienenden Haltung, die bereit ist, das eigene Leben für andere zu geben. Und er braucht den Heiligen Geist, von dem er sich erfüllen lässt, dessen Stimme er hört und dem er folgt. Über unseren Gott gäbe es noch viel mehr zu sagen, und vieles klingt logisch. Wir alle wissen es – doch ist es auch in unseren Herzen verankert?
Bei den Charakterweekends und XCCs von 4M geht es genau darum: Was wir längst wissen, soll vom Kopf ins Herz gelangen und Teil unseres Wesens werden. Viele Männer fürchten sich vor der Strecke, der körperlichen Anstrengung oder dem Draussensein. Doch letztlich geht es nur um eines: die 30 Zentimeter vom Kopf ins Herz. Wenn ich mich vor etwas fürchte, dann davor, diese 30 Zentimeter nicht zu schaffen.
Die Welt braucht keine Alphamänner, keine Herrscher und Unterdrücker, die nicht wissen, wer sie sind, und deshalb kompensieren. Sie braucht aber auch nicht den Mann, der aufgegeben hat, in Passivität lebt und vielleicht noch einen guten Job macht, darüber hinaus jedoch nicht präsent ist. Sie braucht den Mann nach dem Herzen Gottes.
Willst du ein solcher Mann sein? Dann setze Prioritäten.
Frauen, welche Männer wollt ihr? Dann drängt sie in die richtige Richtung. Veränderung ist hart, und wir wollen sie oft nicht. Doch wenn wir hindurchgegangen sind, gibt es nichts Besseres.